Donnerstag, März 11, 2010
   
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Magnificent 7

Die sieben Wunder unserer Welt


Selbst wenn Sie ein begeisterter Reisender sind, und Sie die Sieben Weltwunder bereits gesehen haben, haben Sie nichts
gesehen, dass auch nur annährend so ist wie dies...
Stellen Sie sicher, dass Sie auch ihre Kamera dabeihaben, wenn Sie sich zu einem Spaziergang durch Queen`s Park Savannah entschließen - hier werden Sie einige der besten Beispiele für die Kolonialarchitektur der Insel finden.
Diese werden liebevoll "Magnificent Seven" genannt, der Name lässt Sie vielleicht eine Gruppe von Superhelden erwarten - aber woran sich Ihre Augen tatsächlich erfreuen können ist nicht minder heldenhaft.
An der westlichen Seite der Savannah gelegen, befinden sich sieben architektonischen Wunder, die einst anmutige Familienresidenzen waren. Nun zieren Sie die OAS Liste der Karibischen Monumente, sie beherbergen unter anderem das Büro des Premierministers, den Sitz des Katholischen Erzbischofs und die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts.
Diese faszinierenden Gebäude spiegeln die Vielfalt der architektonischen Stile, die von unseren kolonialen Vorfahren nach Trinidad gebracht wurde, wider. Ihre Pracht bewahrt eine Ära unserer Landesgeschichte, fernab von jeglicher rasanter Modernisierung, die in den 50er Jahren begann.
Die "Magnificent Seven" erscheinen uns heute fast wie ein Fenster in eine weit entfernte Welt, wie ein Geschenk an alle, die vorüberfahren, welches uns daran erinnert, woher wir kommen...
 

Stollmeyer´s Castle

Ursprünglich wurde das Schloss von der Familie Stollmeyer "Killarney" genannt. Die Türmchen und Stufengiebel der Stollmeyer Castle erinnern an das Balmoral Schloss, an dessen Stil sich der schottische Architekt Robert Taylor orientierte. Der Bau des Schlosses begann 1902, fertig gestellt wurde es im Jahr 1904. Viele der Baumaterialien wurden importiert - der Marmor für das Portal stammt aus Italien, das Kernholz für die Treppen und Geländer stammt aus Guyana. Die Residenz verblieb bis zum Jahre 1972 im Besitz der Stollmeyer Familie, dann ging sie in den Besitz eines einheimischen Geschäftsmannes über. Inzwischen wurde es von der Regierung erworben und ist im Begriff restauriert zu werden. Besuchern des Büros des Premierministers wird oft gestattet, die Außenanlagen des Schlosses als bequeme Parkmöglichkeit zu nutzen.

 

White Hall

Der Kakaoplantagenbesitzer J.L. Agostini begann im Jahre 1904 mit dem Bau des Gebäudes im venezianischen Stil.
Es wurde aus Korallen der Insel Barbados erbaut und konnte nicht vor 1907 fertig gestellt. Manche der Innenausbauarbeiten wurden sogar von Agostinis Töchtern ausgeführt. Die Familie Agostine lebte hier bis zum Tod des Patriarchen im Jahre 1906. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Familie in einer schwierigen finanziellen Lage, die sie schließlich dazu zwang das Gebäude aufzugeben, um für die Schulden aufkommen zu können. Der Käufer war Robert Henderson - er veredelte das Gebäude sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Nachdem er sein Werk voller Liebe vollendet hatte, taufte er das Gebäude "White Hall". Viele Jahre später unterstand die "White Hall" dem Kommando der amerikanischen Streitkräfte, die auf Trinidad während des Zweiten Weltkrieges stationiert waren. Anschließend diente es als kulturelles Zentrum bis zum Jahr 1949, es beherbergte unter anderem die Zentralbibliothek Trinidads, die Kunst-Gesellschaft Trinidads, sowie die staatliche Rundfunkeinheit. Danach stand das Gebäude lange Zeit leer, bis es 1954 von der Regierung gekauft wurde.
Für viele darauf folgende Jahre diente das Gebäude als Büro des Premierministers.
Allerdings verfiel es immer mehr, bis es im Jahre 1986 erneut leer stand. Ein intensives Restaurierungsprogramm begann im Jahre 1993 und nach seinem Abschluss in den späten 90er Jahren wurde die White Hall wieder zu ihren ursprünglichen glorreichen Tagen zurückgeführt und diente seither wieder als Büro des Premierministers von Trinidad und Tobago.


Das Haus des Erzbischofs

Das Haus, welches gleichzeitig der Hauptsitz des Erzbischofs wurde, wurde am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts konzipiert.
Ein Irischer Architekt, dessen Vorliebe für das "Moorishe" Design an der Fassade leicht zu erkennen ist, entwickelte die Pläne für das Gebäude. 1904 ging die Bauphase dem Ende zu. Den letzten Schliff erhielt es durch Marmor und roten Granit, die aus Irland importiert wurden. Die Holzarbeiten im Inneren des Gebäudes und der prächtige Treppenaufgang in Ypsilon-Form wurden aus einheimischen Harthölzern gefertigt und sind bis heute in einem tadellosen Zustand. Jedoch die Dienste an Trinidad und Tobagos großer katholischer Bevölkerung überstiegen bald die Kapazitäten des Herrenhauses, darum wurde das Gebäude im Jahre 1968 renoviert und repariert und ein Kanzleigericht im westlichen Berich des Grundstückes angegliedert. Die katholische Gemeinde stellte sich der Herausforderung und brachte eine große Summe zusammen, um die Kosten zu decken. Einige Firmen unterstützten das Vorhaben finanziell. Die Ergebnisse sind noch heute in der unveränderten Villa zu sehen.


Das Ambard Haus oder Roomor

Dieses auffällige Familienhaus, das im barocken kolonial französischen Stil erbaut wurde, wurde im Jahre 1904 von Lucien F. Ambard fertig gestellt. Italienischer Marmor und französische Kacheln wurden beim Bau verwendet. Schönes Eisenhandwerk aus der Renaissancezeit sowie die verlängerten Säulen wurden von einer englischen Firma gefertigt, die das fertige Stück über Jahre in ihren Verkaufsbroschüren hervorhoben.
Die Besitzer wechselten mehrmals während des vergangenen Jahrhunderts - das Gebäude beherbergte über die Jahre viele wohlhabende Geschäftsleute. Bewohnt wird das Gebäude von der Enkelin des letzten Käufers, der das "Ambard Haus" in "Roomor" umbenannte. Es ist das einzige Grundstück der "Magnificent Seven", welches sich noch in Privatbesitz befindet.


Das Prada Haus oder Mille Fleur

1904 machte Dr. Henrique Pradas Frau ihm dieses wundervolle Haus zum Geschenk, welches sie liebevoll "Mille Fleur" taufte.
Besondere Aufmerksamkeit genießt das Gebäude aufgrund seiner raffinierten Architektur und der Ahnentafel seiner ursprünglichen Besitzer. Dr. Prada, ein begnadeter Wissenschaftler, wurde der erste Bürgermeister von Port of Spain. Seine Frau machte "Mille Fleur" zu DEM Ort, an dem Gesellschaftstreffen, Tanzveranstaltungen und Hochzeiten stattfanden. Vom Staat erworben scheint dieses charmante Haus immer noch lebendig und voller glücklicher Erinnerungen zu sein, trotz seines momentan baufälligen Zustandes. Im Jahre 2001 wurde es an die Rechtsgesellschaft von Trinidad und Tobago verpachtet, die ihre Büros in das Gebäude verlagerte. Man begann mit der Restaurierung, um dem früheren Austragungsort vieler Partys, wieder Leben einzuhauchen.

Hayes Court

"Hayes Court" vereint geschmackvoll französische und englische Stile, und war seit seiner Erbauung im Jahre 1910 Wohnsitz der Bischöfe der anglikanischen Kirche. Bemerkenswert sind sein ungewöhnliches Dach und die Tatsache, dass der Bau des Hauses mit einer anonymen Grundstücks-spende von zwei Herren begann. Später wurde das Gebäude nach seinem ersten Bewohner Bischof Hayes benannt, der jedoch leider nie das Haus genießen konnte, da er verstarb, noch bevor das Gebäude fertig gestellt werden konnte. Ein nachfolgender Bewohner des Hauses Bischof Anstey, vermietete Hayes Court für eine kurze Zeit an den französischen Konsul, um bei den Ausgaben der Diözese zu helfen. Während dieser Zeit lebte der Bischof bei dem ortsansässigen CVJM, welcher sich damals in der Park Street in Port of Spain befand. Heute lebt der jetzige Bischof der anglikanischen Kirche in Hayes Court.

 

Queen´s Royal College

Stark und eindrucksvoll ist dieses Gebäude und es wird das erste der Sieben sein, welches Sie sehen werden. Zumindest, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, da die Savannah einspurig der größte Verkehrskreis der Welt ist. Sein Grundstein wurde im Jahre 1902 gelegt, die Fertigstellung erfolgte im Jahre 1904. Das College wurde im Deutschen Renaissance Stil aus Beton mit einer Verkleidung aus blauem Kalkstein erbaut. Im Jahre 1913 erhielt die Schule die "King Edward VII Memorial Clock" als Geschenk, welches der Schule ein dem Big Ben ähnliches Aussehen verlieh. Im Laufe der Jahre wurden weitere Gebäude auf dem Schulgelände errichtet, um den wachsenden Studentenzahlen gerecht zu werden, die das "QRC", wie das College weitläufig bekannt ist, besuchen. Diese nachträglich angefügten Gebäude verblassen jedoch gegenüber der ursprünglichen Konstruktion.
Viele angesehene Insulaner haben bereits die Hallen des Queen´s Royal College passiert, unter den bedeutendsten waren der erste Premierminister Trinidads Dr. Eric Williams und der Nobelpreisträger Sir Vidia Naipaul. Die große Uhr funktioniert noch immer und schlägt für jeden hörbar zu jeder vollen Stunde.

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