Parang - Weihnachten
Parang - Weihnachten
Die karibische Variante der Weihnachtsmusik
Ab September ertönt vielerorts in Trinidad & Tobago die Parang-Musik, die traditionelle Weihnachtsmusik. Der Brauch des Parang-Singens, der nochaus den Zeiten der spanischen Eroberer stammt, wird in abgewandelter Form bis heute von den Volkssängern der Inseln bewahrt. Zu diesem Zweck gründete sich in den 70er Jahren die National Association of Parang, die noch heute die großen Festivals auf den Inseln organisiert. Viele Restaurants und Cafés bieten Besuchern der Inseln die Möglichkeit die tradionelle trinbagonische Weihnachtsmusik hautnah mitzuerleben. Ursprünglich in castellano, dem Urspanisch verfasst, behandelten die Parang-Lieder religiöse und weihnachtliche Themen. Vorgetragen wurden die Lieder von so genannten Paranderos, die spontan von Haus zu Haus zogen, um ihre fröhlichen Weisen den Nachbarn und Freunden darzubieten. Die instrumentale Begleitung dabei sind die Cuatro, eine viersaitige Gitarre aus Venezuela, sowie Violinen, Mandolinen und chac-chac Rasseln. Die Gesangsdialoge in vierzeiliger Versform wurden und werden noch immer als Frage- und Antwortspiel innerhalb der Band oder in Verbindung mit dem Publikum geführt.
Einer Theorie zufolge entstand das Parang-Singen als spanische Einwanderer, die nach der Ankunft von Kolumbus im Jahr 1498 das Land besiedelten, die religiösen Texte der Weihnachtsgeschichte in Versform fassten und mit spanischen Weisen vereint vortrugen. Die Gesangsdialoge werden in vierzeiliger Versform als Frage- und Antwortspiel innerhalb der Band oder unter Einbindung des Publikums geführt. Überliefert ist auch die Gliederung des Parang-Gesangs:
1. Aguinaldos beschreibt die Geburtsgeschichte an Weihnachten
2. Guarapos widmet sich den weltlicheren, alltäglichen Geschichten
3. Despendidas ist der Abschlusssong
Von alters her zogen die Musiker spontan von Haus zu Haus, um ihre fröhlichen Weisen unter freiem Himmel den Nachbarn oder Freunden darzubieten. Bis heute werden die Musiker zum Dank mit kleinen spanischen Häppchen wie Pastelles und ponche a crema, ein dickflüssiger süßer Cocktail, bewirtet. Am weitesten verbreitet ist diese Tradition in den Dörfern und Städten, die sehr viele spanische Vorfahren hatten, wie zum Beispiel in Arima oder Arnos Vale. Aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation hat sich die Spontaneität etwas verloren, weil es den Haushalten nicht möglich war, ad hoc 15 Musiker zu verköstigen, bzw. weil oft nur noch Paare in einer Wohnung leben und nicht mehr die gesamte Großfamilie. Daher rufen die Musiker vorher an, so dass genügend Zuhörer und Häppchen bereit sind. Dadurch entfällt allerdings der Überraschungseffekt.
Konservative Bands beklagen, dass der Parang nicht als Kunstform anerkannt ist, sich fast keine Sponsoren mehr finden für die ursprüngliche Form und somit die überlieferte Tradition vielleicht eines Tages ganz verloren geht.
Weitere Infos :
Nat. Ass. Parang , Mr. Lezama
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Die Hauptveranstaltungszeit des Parang ist von September bis Dezember.
Traditioneller Parangpunch - Ponche a crema
6 Eier
1 Tasse Zucker
1 1/4 Tasse Milch
1/2 Tasse Cognac
1/2 Tasse braunen Rum
1 TL Vanillearoma
Angostura
1 1/4 TL Muskat
geriebene Orange und Zitronenschale
Eigelb schaumig schlagen und mit den restlichen Zutaten vermischen.
Pastelles
Pasteten spanischer Herkunft, die speziell zur Parangmusik und an Weihnachten gereicht werden. Verschiedene Sorten Hackfleisch, Kapern, Oliven und Rosinen werden in einem Hefeteig eingerollt, das ganze in Bananen- oder Feigenblättern eingewickelt und gekocht. Heiß servieren.
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Weihnachten - Trini Christmas is the best!
Die süßen Klänge des "Parang", der saftige Geschmack von "Sorrel","Pastelles" und "Black Cake" sind nur einige der Zutaten, die Weihnachten zu einer der fröhlichsten Zeiten des Jahres auf Trinidad & Tobago machen...
Weihnachten ist auf Trinidad ein GROßES Fest, welches schon weit vor dem 25. Dezember beginnt! Schon im Oktober können Sie Weihnachtsmusik auf den bekannten Radiostation hören, und Weihnachtsbäume und helle Lichter in Hülle und Fülle sehen - und das nicht nur in den Einkaufszentren und Kaufhäusern, sondern in unseren bunten karibischen Häusern. Die Menschen von Trinidad & Tobago sind sehr stolz auf Ihre Wohnhäuser, daher ist ein frischer Anstrich in vielen Haushalten ein absolutes Muss, um das Zuhause freundlich und schön aussehen zu lassen. Weihnachten wird hier als eine Zeit der Reinigung und der Erneuerung betrachtet, so dass das Haus und das Herz auf symbolische Weise vorbereitet werden, um die Geburt des Jesuskindes zu begrüßen. Ein Teil der Dinge, die Weihnachten auf Trinidad und Tobago so besonders machen, sind die Musik und das Essen. Der Klang von Weihnachten ist die "Parang" Musik - das Erbe unserer Tage als Spanische Kolonie. Gruppen von "Paranderos", die üblicherweise aus Sängerinnen
und Musikern bestehen, ziehen von Haus zu Haus, ähnlich wie die Weihnachtssänger, und spielen diese besondere Art der Musik, die ausschließlich auf Spanisch gesungen wird.
Traditionelle Getränke zu Weihnachten auf Trinidad sind "Sorrel" und "Ginger Beer". "Sorrel" ist eine besondere eichelförmige Frucht der Sauerampfer von purpurroter Farbe, die nur an Weihnachten reif ist. Ihr leckerer Saft ist üppig rot, süß und saftig - ein einmaliges Erlebnis! "Ginger Beer" mag zwar alkoholfrei sein, aber es liefert dennoch einen "Kick". Aus echtem Ingwer hergestellt, ist sein Geschmack fast pfefferähnlich und es hat eine sehr belebende Wirkung. Die erste Kostprobe könnte einen Schock für Ihren Gaumen bedeuten, aber Sie werden sich daran gewöhnen!
Aber nun zum wahren Genuss - dem Essen! "Pastelles" sind ein Weihnachtshauptgericht. Sie werden aus einer Hülle aus Maismehl gemacht und mit gehacktem Fleisch, Pfefferschoten und Rosinen (je nach Koch vielleicht auch noch mit anderen Dingen), gefüllt. Die "Pastelles" werden in Bananenblätter gewickelt, mit einer Schnur zusammengebunden und dann gekocht. Die Zubereitung der "Pastelles" ist mühsam, aber sie sind die Mühe auf jeden Fall wert! Manche Leute machen die "Pastelles" gleich massenweise in der Weihnachtszeit, um sie an andere zu verkaufen, die sie zwar sehr gerne essen, aber sie nicht gerne selbst zubereiten möchten. Heutzutage gibt es die "Pastelles" in allen möglichen Variationen, gefüllt mit Hähnchen, Fisch oder auch vegetarisch, für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. "Pastelles" müssen eingefroren bleiben, also wenn sie Lust auf eine (oder zwei!) haben, wärmen Sie sie einfach auf, entfernen Sie das Bananenblatt und genießen Sie! "Black Cake" ist der traditionelle Weihnachtskuchen unserer Inseln, er heißt so, weil er eine kräftige dunkle Farbe hat und in Rum und Kirschwein getränkt ist, genau das macht ihn so lecker saftig und unglaublich gut.
Aber neben all den Genüssen, die ein Teil des Geschenks von Weihnachten sind, macht unser Zusammengehörigkeitsgefühl erst das Besondere an Weihnachten auf Trinidad und Tobago aus. Es kommt dabei nicht darauf an, welche Religionszugehörigkeit man hat, Weihnachten ist für alle da - Christen, Hindus und Moslems teilen alle miteinander den Geist der Weihnachtszeit. Jeder ist in jedermanns Haus willkommen und es ist ein wirklich gemeinschaftliches Fest.
Während also diejenigen, die in gemäßigten Klimazonen leben, vielleicht von einer weißen Weihnacht träumen, wird sie jeder Einheimische gerne stolz mit den Worten eines beliebten "Parang" überzeugen wollen "Trini Christmas is the best!" (Weihnachten auf Trinidad ist das beste)


