Karneval auf Trinidad
Den Auftakt macht der Kinderumzug, der „Kiddie’s Carnival", am Karnevalssamtag. Daran schließt sich sonntags der „Dimanche Gras“ mit besonders fantasievollen Kostümen an, denn es geht um die Wahl zur Karnevals-Queen und zum Karnevals-King. Im Kontrast dazu steht das „J’Ouvert“ am Rosenmontag. Der Ausdruck leitet sich von dem französischen Begriff „jour ouvert“, dem Tagesanbruch, ab. Gegen vier Uhr nachts tanzt eine Horde bunt bemalter Teufel durch die Straßen und schmiert die Party-Teilnehmer mit Farbe, Schlamm, Schokoladensoße oder Rohöl ein. Untermalt von wildem Getrommel spritzen Mitwirkende am Straßenrand Farbe in den Nachthimmel. "J'Ouvert" ist ein Karneval auch für die Ärmeren, die kein Geld haben, um sich Paillettenkostüme schneidern zu lassen. Besucher sollten sich Kleidung anziehen, die sie danach wegwerfen können, da vorzugsweise Zuschauer mit sauberer Kleidung von der fröhlichen Meute überfallen und bemalt werden.
Nach der Parade ziehen müde, mit Schlamm verkrustete Gestalten durch die Straßen - doch Erholungsphasen gibt es keine. Schon wenige Stunden nach "J'Ouvert" setzt sich der Rosenmontagszug in Bewegung. Den krönenden Abschluss bildet die große Parade am Karnevalsdienstag, bei der all die Farbpracht und Raffinesse der trinidadischen Kostüme vorgeführt werden. Tatsächlich fällt es manches Mal schwer zu glauben, dass in dieser Fülle an wahnwitzigen Kostümen tatsächlich Menschen stecken.
Am Aschermittwoch ist – wie in Europa – alles vorbei. Müde fliegen die Soca-Sänger, Calypso-Musiker und Karnevalsschönheiten aus den Paraden auf die nur 20 Flugminuten entfernte Nachbarinsel Tobago. Dort tanken sie an den Stränden Kraft und sammeln Ideen für den nächsten Karneval.